Vergrößerung des Lebensraumes für seltene Amphibien

 

Das Naturschutzgesetz fordert für jeden Eingriff in Natur und Landschaft einen Ausgleich. Dieser geforderte Ausgleich kann zwar auf der einen Seite die zerstörten Lebensräume durch die Bebauung nicht ersetzen, jedoch ist es andererseits möglich, an geeigneter Stelle Lebensräume ökologisch sinnvoll zu erweitern, aufzuwerten oder neu zu schaffen.

Die NABU-Gruppe Boxberg engagiert sich seit mehr als drei Jahren um einen sinnvollen Ausgleich der durch die Errichtung des Windparks Angeltürn, Bobstadt und Oberschüpf entstandenen Eingriffe in Natur und Landschaft. In enger Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt des Main-Tauber-Kreises und der EE BürgerEnergie Boxberg GmbH & Co. KG wurden nun verschiedene Projekte ausgewählt. Das erste dieser Projekte wird nun in den nächsten Tagen realisiert: Ein bereits bestehendes Feuchtbiotop mit seltenen Tier- und Pflanzenarten wird durch einen weiteren Tümpel vergrößert. Insbesondere für Amphibien erwartet die NABU-Gruppe Boxberg eine Verbesserung durch das größere Laichgewässer. Der neue Tümpel hat keine eigene Wasserversorgung. Er wird über den Herbst/ Winter durch Oberflächenwasser gespeist und fällt dann im Sommer nachdem die Amphibien das Wasser verlassen haben wieder „trocken“. Die erforderlichen Baumaßnahmen werden vollständig von der EE BürgerEnergie Boxberg GmbH & Co. KG finanziert.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit beginnen die notwendigen Erdarbeiten schon jetzt, da der eingesetzte Kettenbagger dann zügig arbeiten kann. Der NABU-Gruppe Boxberg ist bewusst, dass die geplanten Baggerarbeiten zunächst einen großen Eingriff für die ausgesuchte Fläche bedeuten. Die Humusschicht wird abgetragen und eine Hand voll kleinerer Weiden wird gefällt werden. Dies ist jedoch notwendig, um den Tümpel anzulegen, und einer Beschattung des entstehenden Gewässers entgegenzuwirken. Der Aushub wird direkt auf dem Grundstück zu einem kleinen Wall aufgeschichtet und die Wurzelballen so aufgeschichtet, dass diese u.a. für den Zaunkönig als Brutmöglichkeit dienen können.

Die Baumreihe in der Mitte mit dem Hüttlesbächle trennt den bestehenden Tümpel links von dem neu zu schaffenden Tümpel rechts

 

Angrenzende Bäume verschatten den künftigen Tümpel und entziehen dem Feuchtgebiet sehr viel Wasser.

 

Durch die anhaltende Trockenheit kam der Bagger zügig voran.

 

Zahlreiche Wasserinsekten leben bereits am bestehenden Tümpel.

 

Die gerodeten Bäume wurde mit Wurzel entfernt. Die Wurzelteller wurden so aufgerichtet, dass sie z.B. dem Zaunkönig als Nistplatz dienen.

 

Die dicke, wasserundurchlässige Lehmschicht ist deutlich zu erkennen.

 

An der tiefsten Stelle des Tümpels steht bereits Wasser.

 

Ein kleiner Grasfrosch auf Wanderschaft.

 

Fertig - Nun bleibt abzuwarten, wieviel Wasser sich bis zum Frühjahr für die Amphibien ansammelt

 

Bilder: Wilfried Keller und Michael Hökel

Text: Michael Hökel

 

Weiter Informationen finden Sie unter: www.nabu-boxberg.de

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