Die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt in Boxberg sind das letzte Puzzlestück der Sanierung der B292. Nächste Woche fällt der Startschuss.

Eine geflickte Deckschicht, Risse und Setzungen: Die komplette Ortsdurchfahrt soll in den nächsten Monaten erneuert werden. Gleichzeitig wird die Stadt auch die maroden Wasserleitungen und Kanäle in der Kurpfalzstraße austauschen und neue Gehwege anlegen.

„Die Maßnahme ist dringend nötig“, macht Bürgermeister Christian Kremer keinen Hehl daraus, dass für ihn der Baubeginn ein wichtiges Datum markiert. Am Montag, 25. März, wird die Firma Boller-Bau starten. Denn die zahlreichen Wasserrohrbrüche in der Bundesstraße haben in den letzten Jahren zu einem Flickwerk auf dem Belag geführt. Treibende Kraft bei der aktuellen Maßnahme ist daher die Stadt. Der Rathauschef ist aber froh, dass vom Bund vor rund zwei Jahren signalisiert wurde, sich am Vollausbau zu beteiligen.

Wasserleitung 100 Jahre alt

Die Wasserleitung, die teilweise aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts stammt, wird dabei komplett getauscht und bis an die Grundstücksgrenzen erneuert, Abwasserleitungen werden gewechselt. „Die Wasserleitung muss dringend raus. Und an manchen Stellen ist der Kanal stark eingebrochen“, sagt der Verwaltungschef über den Untergrund. Daneben sind die Erneuerung von Gehwegen und Beleuchtung vorgesehen sowie die Verlegung von „Speed Pipes“ für Glasfaser. Bei Querungen für Fußgänger achte man auf abgesenkte Bordsteine, gerade für Rollstuhlfahrer.

Der erste Bauabschnitt erfolgt von der Kreuzung Poststraße in Richtung Schweigern, bis zum ehemaligen Schulhaus. Bis zu den Pfingstferien muss dieser Abschnitt wieder für den Verkehr befahrbar sein, weil das Teilstück dann als Umleitungsstrecke für den überörtlichen Verkehr wichtig ist. Denn dann erneuert das Land auf der L 579 zwischen Kupprichhausen und Lengenrieden samt beider Ortsdurchfahrten die Straßendecke. „Weil hier verschiedene Bauträger agieren, läuft das so dicht“, erläutert Kremer.

In der Kurpfalzstraße soll es nach Pfingsten bis zur katholischen Kirche weitergehen. Dabei sollen auch die Parkmöglichkeiten neu gestaltet und die Zufahrt zum Seebuckel geändert werden.

Der Kurvenbereich Richtung Karl-Hofmann-Straße ist erst vor rund einer Dekade erneuert worden. Hier soll nur die Fahrspur abgefräst und ersetzt werden. „Es haben sich bereits die ersten Risse gezeigt“, macht Kremer deutlich. Ab nächstem Jahr steht dann die Sanierung in der Karl-Hofmann-Straße bis zur Tankstelle sowie die Einfahrt in die Jakob-Reichert-Straße an.

Im Zuge des Straßenbaus werden auch die beiden Bushaltestellen in der Kurpfalzstraße ein neues Gesicht erhalten. Barrierefrei mit einer Busbucht und einem Blindenleitsystem ist der Bereich am Schuhhaus Rukaber vorgesehen. „Wir nutzen dazu den Platz am Notariatsgarten und gewinnen Raum für die Straße“, informiert der Rathauschef. Zusätzlich sollen dort noch acht Parkplätze entstehen.

Den Platz tauschen werden die Bushaltestelle direkt vor dem Rathaus und der Zebrastreifen, nur wenige Meter weiter zur Volksbank. Dort soll der Halt neu eingerichtet werden, während die Fußgängerüberquerung an Rathaus und Sparkasse platziert wird. „Das ist eine der engsten Stellen in der Kurpfalzstraße“, ist Kremer froh, wenn die Verlegung der Bushaltestelle erfolgen kann. Ihm geht es vor allem um die Sicherheit der Fahrgäste. Denn künftig wird der Bus etwas zurückgesetzt halten können, was die Gehwegsituation dort erlaube. Ein größeres Maß an Sicherheit soll auch die Verlegung des Zebrastreifens am Edeka-Markt Waibel um einige Meter in Richtung Innenstadt bringen. Wenn dort 2020 der Startschuss fällt, soll der neue Markt schon in Betrieb sein. Und Kremer versichert, dass der Vollsortimenter jederzeit für die Boxberger erreichbar sei.

Kosten von drei Millionen Euro

„Die Maßnahme ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Bund, Land und Stadt“, verweist Kremer darauf, dass die Kommune hier den Hut auf hat. Denn Planung und Vergabe liegen in Boxberger Hand. Rund drei Millionen Euro werden insgesamt verbuddelt. Dieses Modell habe man bereits bei der Ortsdurchfahrt Schweigern erfolgreich umgesetzt. Denn der Bund habe derzeit keine Kapazität. „Wir nutzen die Chance, die Straße zu richten, auch wenn der Anteil der Kommune dadurch etwas höher ist“, rechtfertigt Kremer den Schritt. Damit sei auch das letzte Teilstück der Deckenmaßnahme an der B 292 zwischen Königshofen und Boxberg umgesetzt.

Dankbar ist Kremer, dass für die Maßnahme Zuschüsse aus dem Stadtsanierungsprogramm für Gehwege und Begleitflächen, etwa die neuen Parkplätze, fließen. Auch für den Kanaltausch hofft er auf Fördergelder aus Stuttgart. Die sind ebenso für die Erneuerung der Wasserleitungen geplant.

Kaum Abhilfe kann in der Fahrbahnbreite geschaffen werden. Vor allem an der Engstelle am Heimatmuseum bemühe man sich, mehr Raum schaffen. „Wir können aber keinen Platz herbeizaubern.“ Der Bürgermeister verweist auf eine historisch gewachsene Bebauung. Wo es möglich sei, werde man Verbesserungen vornehmen, etwa an der Poststraße. Doch stünden einige Häuser in der Kurpfalzstraße unter Denkmalschutz und müssten erhalten werden. Die Straße erfülle aber die Kriterien einer Bundesstraße.

„Ohne Beeinträchtigungen wird es nicht gehen“, weiß Kremer. Aber er versichert, dass die Baufirmen ihr Möglichstes tun, um diese für die Bürger zu reduzieren.

 

Bild und Text: Fränkische Nachrichten

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