„37.  Kupprichhäuser Grünkernfest am 3. u. 4. September 2016

„Traditionen bewahren, erhalten und pflegen“ dies ist das erklärte Ziel der  Verantwortlichen der Vereinsgemeinschaft Kupprichhausen die alljährlich zum ersten Septemberwochenende das „Kupprichhäuser Grünkernfest“ ausrichten.  Eine nahezu 40-jährige Tradition, denn bereits zum 37. Mal wird in diesem Jahr das weit über die Region hinaus bekannte „Kupprichhäuser Grünkernfest“ von den örtlichen Vereinen ausgerichtet. Vieles hat sich in diesen vier Jahrzehnten verändert, in der Gesellschaft, in der Landwirtschaft ja in nahezu allen Bereichen unserer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.  „Grünkern“ ein räumlich begrenztes Produkt des Baulandes und Odenwaldes, hat auch in dieser Zeit einen großen Wandel erfahren. War die Grünkernherstellung früher nahezu ausschließlich ein von Handarbeit geprägtes Ernte und Produktionsverfahren so ist es heute  überwiegend technisiert und automatisiert. War der Grünkern bis zum Ende des letzten Jahrhunderts  nur in der Region  und als „Arme-Leute-Essen“ bekannt so hat sich hier ein bedeutender Wandel vollzogen. Bewusste und gesunde Ernährung treten mehr und mehr in den Vordergrund und haben somit auch dem Grünkern und seinem Basisgetreide, „dem Dinkel“ zu einem festen Bestandteil in einer schmachhaften und gesunden Ernährung –und das nicht nur in der  regionalen Küche- verholfen.

Als 1978 das erste Kupprichhäuser Grünkernfest im Hof der ehemaligen Schule unter einfachsten Bedingungen startete war der „Grünkern“ hauptsächlich in der Region und der hauseigenen Küche bekannt. Heute sind Grünkerngerichte in der regionalen Spezialitätenküche nicht mehr wegzudenken und feste Bestandteile auf den Speisekarten vieler Restaurants.  

Grünkern ist kein Fertiggetreide, das auf den Feldern reift, geerntet und dann verarbeitet werden kann. Es ist ein Getreideprodukt, das aus dem im halbreifen Zustand (der Teigreife) der Getreideart  des Dinkels gewonnen wird.  Den richtigen Erntezeitpunkt für die Ernte der Dinkelähre zu treffen ist auch heute noch dem absoluten  Wissen und der Erfahrung  des Landwirts zuzuschreiben, denn nur so wird das Endprodukt „Grünkern“ seine volle Qualität erreichen. Die in der Teigreife  geerntete halbreife Dinkelähre wird in einem besonderen Trocknungsvorgang über Buchenrauch getrocknet (gedörrt)  und danach in der Gerbmühle im sogenannten Gerbgang das Korn von der sich umgebenden Hülle (dem Spelz) getrennt. Jetzt erst ist erkennbar, ob der gewonnen „Grünkern“ auch den hohen Qualitätsanforderungen  entspricht. Festes, zartgrünes Korn mit einem feinen Buchenrauchgeschmack sind  hierfür beste Qualitätskriterien. Es war früher mühevolle Handarbeit bis vom vom Schneiden der Dinkelhalme mit der Sichel, das Trennen der Ähren von den Halmen mit der Reffe, der Transport in Säcken zur Grünkerndarre, das stundenlange Trocknen auf der rauchenden Grünkerndarre, das Gerben der getrockneten Ähren in der Gerbmühle  letztlich der fertige Grünkern in die Säcke rieselte. Heute haben hier Mähdrescher, vollautomatische Trocknungs- und Gerbanlagen Erleichterung im Produktionsverfahren „Grünkern“ geschaffen. Doch immer noch ist es die Entscheidung des Landwirts den richtigen Schnittzeitpunkt  des Dinkels für die Grünkerngewinnung zu treffen und  das richtige Verhältnis beim Trocknungsvorgang zwischen Korn- und Rauchgeschmack zu finden. Hier kann die Technik das Wissen und die Erfahrung des Landwirtes für einen „schmackhaften Grünkern“  nicht ersetzen. Über die „Grünkenernte einst und heute“ können sich die Grünkernfestbesucher in diesem Jahr am Sonntagnachmittag im TSV –Sportheim in der eindrucksvollen  Bildpräsentation, die vom Grünkerndarrenmuseum Walldürn-Altheim erstellt und der Vereinsgemeinschaft zur Verfügung gestellt wurde,  eingehend und umfassend informieren.

Dass das Produkt „Grünkern“ in den zurückliegenden Jahrzehnten immer mehr Freunde gefunden hat zeigt die Tatsache, dass Grünkerngerichte  nicht nur in der Region sondern in weiten Bereichen der Gastronomie angeboten werden und auch die Lebensmitteli8ndustrie dieses vollwertige und gesunde Getreideprodukt in ihren Sortimenten anbietet.  Es war die Idee der sieben Landwirte aus Kuppriuchhausen und Lengenrieden die sich in der  Grünkernerzeugergruppe zusammengeschlossen hatten, das Produkt Grünkern und seine Verwendungsmöglichkeiten populärer zu machen und damit ihre Absatzchancen auf dem Markt zu verbessern. So wurde 1978 im Hof der ehemaligen Volksschule das erste Kupprichhäsuer Grüpnkernfest gefeiert. Und schon damals war man überrascht, welch großes Interesse das Produkt Grünkern fand. 10 Jahre war es die Grünkernerzeugergruppe unter Leitung ihres Obmannes Konrad Haun die das Grünkernfest ausrichteten. 1988 übernahmen es die örtlichen Vereine die auch heute noch als Vereinsgemeinschaft für die Durchführung und Ausrichtung des  „ Kupprichhäuser Grünkernfestes“  verantwortlich zeichnen. Zum 37. Mal wird am 3. u. 4. September 2016 das Kupprichhäuser Grünkernfest im und ums Dorfgemeinschaftshaus gefeiert. Grünkernspezialitäten und fränkische Hausmannskost sowie ein buntes Unterhaltungs- und Rahmenprogramm stehen hierbei wieder im Mittelpunkt der zweitägigen Festveranstaltung zu dem die Vereinsgemeinschaft der Kupprichhäuser Vereine alle Gäste und Freunde von Kupprichhausen, des Grünkerns sowie herzhafter  fränkischer Hausmannskost  recht herzlich einlädt und willkommen heißt.

 

Festprogramm des Kupprichäuser Grünkernfest 2016

Samstag,  3. September 2016

18:00 Uhr    Festbeginn und Bieranstich
19:00 Uhr    Unterhaltungsmusik mit der Musikkapelle Kupprichhausen
                  Küchenspezialitäten:           Kesselfleisch, Schlachtplatte, Fränk. Bratwürste, Fränkische Grünkernküchle (auch vegetarisch) mit Beilagen, Grünkern-Burger, Bauernvesper, Hausmacher Wurst
ab 21 Uhr    Barbetrieb

Sonntag, 4. September 2016

10:30 Uhr    Frühschoppen im Dorfgemeinschaftshaus
ab 11 Uhr     Mittagessen
                  Küchenspezialitäten:           Fränkische Grünkernsuppe  (nur zur Mittagszeit), Grünkernküchle (auch vegetarisch) mit Beilagen, Grünkernrollbraten mit Beilagen, Grünkern-Burger, Fränkische Bratwürste, Bauernvesper, Hausmacher Wurst
ab 12 Uhr     Kaffee und Kuchen in der Zelt-Cafeteria;  Spezialität: Grünkernbackwaren
ganztags       Festbetrieb im und ums Dorfgemeinschaftshaus
ab 20 Uhr     Barbetrieb

an beiden Festtagen

-    Verlosung von 20 Sechser- Tragekartons „Distelhäuser Bier“
-     Ausstellung handgefertigte  Kunstgegenstände und Souvenirs von  Kupprichhäuser Hobbykünstlern
-    Verkauf  von Grünkern, ganz und geschrotet

am Sonntag:

  • Oldtimer – Schlepperschau
  • Töpfereivorführung und Töpferausstellung
  • Kinderhüpfburg
  • Große Lego-Eisenbahn mit Spielmöglichkeiten für die Kinder (ab 11 Uhr)
  • Vorführungen Hundeverein Bad Mergentheim (ca. 14:30Uhr)
  • Tanz der Schlosstanzgruppe U/nterschüpf (ca. 15 Uhr)

Neu !!!      So. 13 – 17 Uhr im TSV-Sportheim: Bilder-Präsentationsshow
                 „Grünkernernte einst und heute“  des Grünkerndarrenmuseums Altheim
                                                                                            

Es läd ein:    Die Vereinsgemeinschaft  Boxberg-Kupprichhausen

 

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